Jahreshauptversammlung 2012

In der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vereinsvorstand gewählt.

(v.l.n.r.): Ralph Belling, Dr. Klaus-Peter Schwesig, Beate Schliemann, Dr. Juliana Henkemeyer, Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Lothar Albertin, Gisela Brinkforth-Pekoch, Maria Toman, (Christopher Imig leider krankheitsbedingt verhindert).

Am Mittwoch, den 28.11. 2012 um 19.30 Uhr, fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins „Tierschutz der Tat e.V.“ statt.

In einem Rückblick schilderte Prof. Dr. Lothar Albertin den Werdegang des Tierschutzvereins und seines Tierheims, lobte die Arbeit der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer und berichtete von den wichtigsten Ereignissen des vergangenen Jahres und von der aktuellen Überfüllung unseres Tierheims durch über 160 Katzen.

Hervorgehoben wurde aber auch die erfreuliche Entwicklung, dass durch den hartnäckigen Einsatz unseres Vereins fast alle mit uns kooperierenden Städte und Gemeinden (außer Augustdorf, Lüdge und Schieder-Schwalenberg) inzwischen eine verpflichtende Katzenschutzverordnung mit Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht eingeführt haben und dass - ebenfalls durch eine Initiative unseres Vereins - sehr viele Städte und Gemeinden die Steuern für leider immer noch als 'Kampfhunde' bezeichnete Rassen auf Normalniveau gesenkt haben, um die ohnehin qua Rassenzugehörigkeit benachteiligten Hunde nicht noch weiter zu stigmatisieren und damit ihre Vermittlung in gute Hände nicht noch mehr zu erschweren.

Bei den Vorstandswahlen ging eine Ära zu Ende, denn unser bisheriger langjähriger erster Vorsitzende Prof. Dr. Albertin, der die Geschicke unseres Vereins seit 28 Jahren gelenkt hat, stellte sich auf eigenen Wunsch nicht wieder zur Wahl.

Zu seinem Nachfolger als erster Vorsitzender wurde – leider in krankheitsbedingter Abwesenheit - einstimmig Christopher Imig gewählt, zu seiner Stellvertreterin als zweite Vorsitzende Gisela Brinkforth-Pekoch. Auch die bisherige Kassenwartin Renate Nekes trat von ihrem langjährigen Amt zurück, übernahm aber gemeinsam mit Uschi Sprick den Posten der Rechnungsprüferin für das kommende Geschäftsjahr. Als neuer Kassenwart wurde Ralph Belling ernannt. Einstimmig in ihren Ämtern bestätigt, wurden Beate Schliemann als Schriftführerin und Maria Toman für die Öffentlichkeitsarbeit. Als tiermedizinische Beisitzer bleiben unserem Verein im Vorstand unsere langjährigen Wegbegleiter Dr. vet. med. Juliana Henkemeyer und Dr. vet. med. Klaus-Peter Schwesig erhalten.

In ihrer Laudatio dankte Maria Toman dem langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Lothar Albertin für seine Lebensleistung, würdigte seine überzeugende Persönlichkeit, die in ihrer Humanität und Fairness und durch ihre integrativen Fähigkeiten und ihre feinfühlige Diplomatie beeindruckt, die durch  Hartnäckigkeit, Teamfähigkeit, Ideenreichtum und die Fähigkeit zur Motivation stets Mut und Hoffnung gegeben hat, auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben, und die den Verein durch manch schwierige Situationen führte.

Unter stehenden Ovationen wählte die Mitgliederversammlung Prof. Dr. Albertin zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

Zum Ausklang der Versammlung referierte Tierarzt Dr. Klaus-Peter Schwesig zum aktuellen Stand der Verankerung des Tierschutzgedankens im Grundgesetz und machte deutlich, wie dringend notwendig eine umfassende Novellierung des Tierschutzgesetzes ist, denn eklatante Tierquälereien sind noch immer erlaubt.

  • In der Landwirtschaft werden Tiere für ihre Haltung „zurechtgestutzt": Beispielsweise werden Hühnern die Schnäbel abgeschnitten, Ferkel ohne Betäubung kastriert, Rinder unter Schmerzen enthornt. Fohlen werden noch immer durch Brandzeichen gequält, durch die ihnen eine Verbrennung dritten Grades zugefügt wird.
  • Bei der Schlachtung landwirtschaftlich genutzter Tiere ist nicht sichergestellt, dass sie angst- und schmerzfrei sterben.
  • In Wissenschaft und Industrie müssen Tiere noch immer leiden und sterben, obwohl tierversuchsfreie Alternativen verfügbar sind.
  • Im Gegensatz zu anderen Ländern ist in Deutschland die Haltung von Tieren zur reinen Fellgewinnung weiterhin erlaubt.
  • In Wanderzirkussen dürfen Wildtiere wie Tiger, Bären oder Elefanten noch immer mitgeführt werden, obwohl eine tiergerechte Haltung dort prinzipiell nicht möglich ist.

Diesen Argumenten zum Trotz hat die Regierungsmehrheit  im November 2012 die Situation sogar noch weiter verschlechtert. Tritt das Tierschutzgesetz so in Kraft, bleibt es weiterhin für Millionen von Tieren grausam. Wir Tierschützer kämpfen deshalb weiter für ein neues Tierschutzgesetz, das die Tiere wirklich schützt und den Namen 'Tierschutzgesetz' verdient.